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Bayern-Ausstellung 2020 „Tempo, Tempo – 1920er in Bayern“

„Tempo, Tempo – 1920er in Bayern“: vom 26. September 2020 bis 7. Februar 2021 im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg

Der junge Bert Brecht lässt 1929 siebenhundert Intellektuelle einen Öltank anbeten. Die amerikanische Tänzerin Josephine Baker erhält in München Auftrittsverbot. Der Putschist Adolf Hitler wird zu einem skandalös angenehmen Gefängnisaufenthalt verurteilt. Und der Rundfunk schließlich bringt das Land in die Wohnzimmer der Wohlhabenden: Die 1920erJahre – diese kontroverse Dekade des Aufbruchs und Umbruchs steht im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg vom 26. September 2020 bis 7. Februar 2021 mit der Bayern-Ausstellung „Tempo, Tempo – 1920er in Bayern“ im Blickpunkt.

Mobilität, Aufbruch, Tempo, Tempo in den 1920ern in Bayern

Wie heute verändern neue Medien den Alltag: Schreibmaschine und Telefon sorgen für neue Arbeitsplätze besonders für Frauen im Büro. Der Rundfunk informiert über die Ereignisse der Welt. Staubsauger und Föhn kommen in Gebrauch. Daher bestimmt die Elektrizität, wer sie nutzen kann oder nicht; das Land kann es oft nicht.

Die Bayern-Ausstellung „Tempo, Tempo – 1920er in Bayern“ zeigt die bunten Facetten dieses bewegten Jahrzehnts. Die Folgen des Ersten Weltkriegs, die Hyperinflation und die Extremisten von links und rechts belasten die junge Demokratie. Trotzdem: Wirtschaftlicher Aufschwung ermöglicht bescheidenen Wohlstand und zunehmende persönliche Mobilität, Aufbruch, Tempo, Tempo.

Die Sehnsucht, auch der Motorradfahrer, richtet sich auf das Automobil, die Zulassungszahlen steigen rasant an, damit auch die Unfallzahlen. Plakate und drastische Verkehrsfilme mahnen zu mehr Vorsicht. Das Tempo dieses Jahrzehnts wird auch an den neuen Tanzstilen, neuen Musikinstrumenten und den bis heute populären Schlagern deutlich.

Das Tempo der gesellschaftlichen Entwicklung wird aber auch kritisch gesehen. Thomas Mann machte sich über den Einfluss der Nationalsozialisten berechtigte Sorgen. Der Ruf Münchens als Kulturstadt steht auf dem Spiel. Der Volkssänger Weiß Ferdl befürchtet hingegen: „Wir amerikanisieren uns“, wie er eines seiner Lieder überschreibt.

Viele Originalexponate, Filme, Musikbeispiele und Hörstationen ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern einen bunt gemischten Rundgang durch dieses Jahrzehnt. Die Ausstellung wird von einem spannenden Begleitprogramm ergänzt, das live und in Farbe in die Kulturszene jener Zeit führen wird.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.