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Zwischenbilanz zur Eröffnung der Landesausstellung: Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg steuert auf 300.000 Besucher zu

Regensburg, 23. September 2019. Nach nur vier Jahren Bauzeit hat das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg am 4. Juni 2019 für das Publikum seine Pforten geöffnet - eines der modernsten Häuser in Europa und eines der „Must-See-Museen-2019“ laut Magazin GEO-Saison. Die Lage ist einmalig: direkt an der Donau als Tor zur UNESCO-Welterbestadt Regensburg. Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg hat sich zum Publikumsmagneten und zu einer der touristischen Hauptattraktionen der Stadt entwickelt und steuert nach nur knapp vier Monaten mit Riesenschritten auf 300.000 Besucherinnen und Besucher zu.

Das Foyer des neuen Hauses
Egal, ob Sie von der Altstadt kommen oder von der Donauseite: Treten Sie ein in unser 17 Meter hohes lichtdurchflutetes Foyer. Genießen Sie das aus bayerischen Rauten bestehende Glasdach und lassen Sie sich von unserem Oktoberfestlöwen begrüßen. Panorama, Wirtshaus, Laden und Donausaal sind in Reichweite. Der Eintritt ins Foyer ist generell frei!

Im Panorama-Raum geht es mit einer 360-Grad-Multivision zur Sache. Der bayerische Kabarettist und Schauspieler Christoph Süß führt in 20 Minuten und 39 Rollen von den alten Römern bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch fünf Episoden der bayerischen Geschichte. Humorig, hintergründig, bayerisch. Der ideale Einstieg für den Besuch der Dauerausstellung „Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn besonders macht“, zugleich die wohl kurzweiligste Einführung in den Besuch der berühmten mittelalterlichen Altstadt Regensburgs.

Obacht: In die Dauerausstellung geht es über die Rolltreppe hinauf ins Obergeschoss. Den Donausaal im Erdgeschoss sollten Sie sich für die Zeit vom 27. September 2019 bis zum 8. März 2020 vormerken. Wir zeigen hier die Bayerische Landesausstellung „100 Schätze aus 1000 Jahren“.

Die Dauerausstellung
Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn besonders macht - auf 2.500 Quadratmetern zeichnen wir den Weg Bayerns zum modernen Staat nach, vom Beginn des Königreichs 1806 bis heute. Einzigartig ist dabei die Art der Präsentation: Exponat-Ensembles auf 40 Bühnen erzählen prägende Ereignisse und Erscheinungen der bayerischen Geschichte. In acht Kulturkabinetten zeigen wir im weitesten Sinn kulturelle Phänomene, die besonders mit Bayern verbunden werden, von den Dialekten über die Feste bis zur Religion. Insgesamt präsentieren wir 1.000 Exponate, rund ein Drittel aus dem Besitz bayerischer Bürgerinnen und Bürger. Deshalb firmieren wir stolz als Bürgermuseum.

Erzählt werden in der Dauerausstellung prägende Ereignisse der letzten 200 Jahre: warum Bayern als der deutsche Verfassungsstaat gilt, vom mysteriösen Tod Ludwigs II., was Radfahrer mit dem König zu tun haben, wie Bayern in Chicago erstmals traditionell und modern zugleich auftrat, wie Hitler in München groß wurde, wie Vertriebene in Franken Popmusik möglich machten, wie „Gastarbeiter“ Bayern veränderten, Olympia große Show bot, ein Ballon in Naila landete und Furore in Hollywood machte.

Außerdem: Demokratie live – die Besucherinnen und Besucher können sich an politischen Abstimmungen in originalen Stühlen des alten Plenarsaals des bayerischen Landtags beteiligen. Besonders ist auch ein Autokorso über den Brenner, der für die Zeit des Wirtschaftswunders steht und für die Autoindustrie, die Bayern bis heute wirtschaftlich prägt. Ausnahme im Bühnentheater: Die Zeit des Nationalsozialismus. Hier wird das Äußere nach innen gekehrt. Ein Riegel, um den kein Ausstellungsrundgang herumkommt und in dem sensibel mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte umgegangen wird.

Typisch bayerisch
Der chronologische Rundgang in der Dauerausstellung wird von den Kulturkabinetten flankiert. Hier fragen wir, was besonders bayerisch ist oder auch nur dafür gehalten wird. Denn viel wird mit den Bayern verbunden: Dialekte, Feste, Bauwerke, großartige Natur… wir zeigen die Klischees und schauen dahinter. Wie bedroht ist das Idyll, wie katholisch sind die Bayern wirklich, wie schaut das typisch bayerische Bauwerk aus?

Suchen Sie bei uns eine bayerische Gemeinde Ihrer Wahl: Am Medientisch im Kulturkabinett „Heimat im Kleinformat“, einer raumfüllenden Bayernkarte, finden Sie mit Tablet-PCs die heutigen 2056 Gemeinden in Bayern mit Ansichten aus der Zeit um 1900, statistischem Material, Gemeindewappen und einigem mehr. Mit der Zeit gehen wir noch weiter in die Tiefe: Über Schulprojekte wird das digitale Gedächtnis durch die kleineren Ortschaften, die zu den Gemeinden gehören, ergänzt.

Das Bürgermuseum
Egal ob es sich um die Pickelhaube des Simon Gammel aus dem Ersten Weltkrieg handelt, um die Häftlingsjacke des französischen Kommunisten Auguste Pineau aus dem Konzentrationslager Dachau oder die Anti-WAA-Transparente: Dies alles sind Objekte, die von Familien über die Jahrzehnte verwahrt und dem Haus der Bayerischen Geschichte überlassen worden sind. Sie dokumentieren Lebenswege und Schicksale und bringen Emotionen in unsere Ausstellung. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich so in ihr Mitmachmuseum eingebracht.

Führungen durch Dauer- und Landesausstellung
Standardführung, Kurzführung, Schülerführung, Kombiführung Museum und Bayerische Landesausstellung – unterschiedlichste Angebote an geführten Rundgängen durch das Haus der Bayerischen Geschichte hält für Gruppen und Schulklassen die Stadtmaus TCH Veranstaltungs GmbH bereit. Informationen über die Angebote erhalten Sie unter: www.hdbg.de/fuehrungen sowie über die Buchungshotline der Stadtmaus unter +49 (0) 941 788 388 0.

Wirtshaus und Laden
Auch einen Museums-Bazi gibt es in Regensburg! Ob fränkischer Sauerbraten, Münchner Schnitzel, Bavesen, Regensburger Knacker oder eben den Museums-Bazi – das Wirtshaus im Museum hat Klassiker der bayerischen Küche und auch Neues auf der Speisekarte zu bieten. Flankiert wird das Ganze mit Bieren aus allen Regionen Bayerns und selbstverständlich einer erlesenen Auswahl an Weinen aus Franken und auch aus Regensburg.

Das Wirtshaus wurde im altbayerischen Stil vertäfelt, mit alten Stühlen aus einer urigen Münchner Traditionswirtschaft und weiteren Exponaten aus dem Museumsdepot ausgestattet. Über 300 Bierkrüge zeigen die bayerische Biervielfalt, die trotz vieler Schließungen immer noch vorhanden ist und zurzeit sogar wieder zunimmt. Einmalig: Der Biergarten des Wirtshauses, der direkt an der Donau liegt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 09.00 bis 22.00 Uhr, Sonntag 09.00 bis 18.00 Uhr, Montag ist Ruhetag. Informationen und Reservierungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.wirtshaus.bayern.

Im wahrsten Sinne des Wortes eine Schatzkammer stellt der Laden des Museums dar, der sich direkt im Anschluss an die Museumskasse und die Information im Foyer befindet. Ganz in Gold gehalten ist der Laden, in dem Betreiber Walther Hofmann Preziosen aus ganz Bayern bereithält, ausgewählte Literatur und die ganze Palette an Publikationen des Hauses der Bayerischen Geschichte, von Ausstellungskatalogen über die Reihe Edition Bayern bis hin zu den neuen Magazinen.

HdBG-Magazine
Das Haus der Bayerischen Geschichte gibt zu seinem Museum zwei bis drei Mal pro Jahr ein Magazin heraus. Die ersten drei Ausgaben liegen bereits vor und sind für jeweils 5 Euro im Laden des Museums, online unter www.hdbg.de/laden sowie im Buchhandel erhältlich.
Nummer 1: 360-Grad-Panorama – Quer durch die bayerische Geschichte mit Christoph Süß
Nummer 2: Der Museumsführer – Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn besonders macht
Nummer 3: Wie alles begann – Kurze Geschichte des Museums

Das Gebäude
Von der Grundsteinlegung bis zum Eröffnungsfestakt am 4. Juni 2019: Das neue Museumsgebäude des Hauses der Bayerischen Geschichte wurde in nur vier Jahren Bauzeit errichtet. Für die Architektur zeichnet das Büro wtr architekten – wörner, traxler, richter planungsgesellschaft mbh aus Frankfurt verantwortlich. Über 250 internationale Büros nahmen im Jahr 2013 an dem vom Staatlichen Bauamt Regensburg ausgeschriebenen Architektenwettbewerb teil, den wtr architekten aufgrund der gelungenen Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Kontext der Stadt Regensburg für sich entscheiden konnte.

Die Welterbestadt Regensburg mit dem Dom im Zentrum, ihren Gassen und Plätzen, der einzigartigen Dachlandschaft und die unmittelbare Lage an der Donau prägen den Museumsentwurf. Das Foyer nimmt Bezug auf den früheren Hunnenplatz und öffnet sich als durchgängige Flaniermeile von der Altstadt zur Donau.

„Form follows function“ - das Innenleben des Gebäudes erfüllt die funktionalen Anforderungen eines modernen Museums und bietet mit dem 17 Meter hohen lichtdurchfluteten Foyer, dem 360-Grad-Multivisionsraum, der 2.500 Quadratmeter großen Fläche für die Dauerausstellung sowie dem 1.000 Quadratmeter großen und teilbaren Donausaal flexibelste Nutzungsmöglichkeiten unter Gewährleistung modernster klimatischer und konservatorischer Standards. Von großen Ausstellungen im Landesausstellungsformat bis hin zu Gesprächsrunden: Insbesondere der Donausaal kann verschiedensten Veranstaltungsformaten angepasst werden.

Wer hat was gemacht
Leitung des Museums und Museumskonzept:
Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte
Ausstellungsgestaltung: hg merz Architekten Museumsgestalter, Stuttgart, Projektleitung:Stefan Motz, Berlin und jn jangled nerves gmbh, Stuttgart, Projektleitung: Ingo Zirngibl
Bauherr, Projektsteuerung Bau: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr München; Staatliches Bauamt Regensburg unter der Leitung von Karl Stock
Museumsarchitektur und Innenausbau: wtr architekten – wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh, Frankfurt, Leitung: Stefan Traxler

Das Haus der Bayerischen Geschichte – wie geht es weiter
Das Museum in Regensburg ist neben den Bayerischen Landesausstellungen die zweite große Kernaufgabe des Hauses der Bayerischen Geschichte, das seinen Haupt- und Verwaltungssitz in Augsburg hat. Die Landesausstellungen zählen zu den kulturellen Highlights in Bayern und präsentieren jedes Jahr an einem anderen Spielort im Freistaat ein historisches Thema von aktuellem Interesse. Die Landesausstellung mit dem Titel „100 Schätze aus 1000 Jahren“ findet vom 27. September 2019 bis 8. März 2020 im neuen Museum in Regensburg statt. Dort eröffnet sie die Reihe der Sonderausstellungen, die fortan im Donausaal im Erdgeschoss des Museums in Ergänzung zur Dauerausstellung temporär gezeigt werden.

Die folgenden Bayerischen Landesausstellungen sind bis ins Jahr 2025 bereits vergeben oder befinden sich in Verhandlung mit den jeweiligen Partnern. So steht vom 29. April bis 8. November 2020 die Bayerische Landesausstellung „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ im Wittelsbacher Schloss Friedberg und im Feuerhaus in Aichach auf dem Programm. Im Jahr 2021 lockt „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“ ins Schloss Herrenchiemsee. Es handelt sich um die Fortsetzung zur bislang erfolgreichsten Landesausstellung „Götterdämmerung – Ludwig II.“, die im Jahr 2011 rund 575.000 Besucher verzeichnen konnte.

Auch in Regensburg wird es noch eine weitere Neuheit geben: Im Frühjahr 2020 wird das Gebäude der Bavariathek und damit das medienpädagogische Schulungszentrum des Museums eröffnet. Die Bavariathek bringt Bayerns Geschichte in den virtuellen Raum und bietet insbesondere Schulklassen vielfältige Möglichkeiten zum Forschen und zum Erstellen eigener Medien. Mit technischer Ausstattung vom Greenscreen über Schnittplätze bis zu Sprecherkabinen werden dort flexible Projekt- und Studioräumen als „virtuelle Werkbank“ bereitstehen. Einen ersten Eindruck vermittelt die Website www.bavariathek.bayern.

Mehr Informationen über das Haus der Bayerischen Geschichte finden Sie unter www.hdbg.de/museum