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Energiespar-Museum: Nachhaltigkeit und
Energieeffizienz am Haus der Bayerischen Geschichte


Nachhaltigkeit und Schonung der Ressourcen: Das Haus der Bayerischen Geschichte optimiert kontinuierlich den Umgang mit Energie und passt nicht zuletzt wegen der Energiekrise in Europa seine Klimaparameter an die aktuelle Situation an.


Energiespar-Museum: Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg | Abendschau | BR24

Konservatorische Bedingungen für Ausstellungen

Für die Umsetzung von Ausstellungen bedeutet dies, dass die Innentemperatur der Ausstellungsräume bei extrem hohen Außentemperaturen angehoben und bei extrem niedrigen Außentemperaturen abgesenkt wird. Angelehnt an die konservatorischen Vorschläge des Deutschen Museumsbunds vom 06.09.2022 wollen wir dabei einen Klimakorridor zwischen 18 °C (Minimalwert) und 26 °C (Maximalwert) nutzen. Ausgangpunkt ist im Sommer eine Temperatur von 22 °C und im Winter eine Temperatur von 19°C. Die relative Luftfeuchtigkeit bewegt sich ganzjährig zwischen 40 % und 60 %.
Wir stellen gleitendes Klima sicher und sorgen dafür, dass die Temperaturen innerhalb von 24 Stunden nicht stärker als um 2 °C schwanken. Der Schwankungsbereich der relativen Luftfeuchtigkeit wird innerhalb von 24 Stunden mit bis zu 5 % toleriert.
Sonderlösungen für besonders anspruchsvolle Ausstellungsobjekte können über konditionierte Vitrinen aufgefangen werden. Salzzusätze im Vitrinensockel regulieren dabei die Luftfeuchte der Vitrine auf den erforderlichen Wert.

Umsetzung des Passivhausstandards

Beim Museumsbau legten Bauphysiker die Materialzusammensetzungen der Bauteile fest. Die Auswahl orientierte sich an den zu erwartenden Besucherzahlen und bildet die Grundlage unseres heutigen Passivhausstandards.

Als Passivhaus darf ein Museum bezeichnet werden, wenn seine jährliche Heiz-/Wärmebilanz die 15 kWh pro Quadratmeter nicht übersteigt. Mittels dieser Vorgabe können bis zu 80% des regulären Energieverbrauchs eingespart werden.

Das Museum der Bayerischen Geschichte erfüllt dieses Kriterium. Die dichte Gebäudehülle (Luftwechselrate kleiner als 0,28) reduzierte den Einbau von technischen Anlagen. In Kombination mit einer effizienten Betriebsführung konnte der berechnete Minimalverbrauch sogar verbessert werden.

Eine unabhängige Überprüfung unseres Passivhausstandards ist derzeit in Bearbeitung.

Energielieferant

Hauptenergielieferant unserer technischen Anlagen ist die Stadt Regensburg. Sie nahm 2018 eine Energiezentrale in Betrieb, deren Wärmepumpen die im Abwasser enthaltene Wärme zum Wärmen bzw. Kühlen unserer Gebäude bereitstellt.

Die Klimatechnik im Museum wandelt die abrufbare Wärme in geheizte, gekühlte oder befeuchtete Luft um und versorgt über die Lüftungsanlagen unsere Ausstellungsräume.

Die Energiezentrale läuft völlig klimaneutral durch Ökostrom aus Wasserkraft.

Optimierung der Betriebsführung

Die Auswertung des Energieverbrauchs seit Juni 2019 ergab, dass der Betrieb der Klimaanlage zusammen mit dem der Gastronomie den meisten Strom benötigt. Im Ergebnis sind Medientechnik oder Heizleistungen für weitere Energieeinsparungen zu vernachlässigen.

Demnach liegt der Fokus innerhalb der Betriebsführung weiter auf der Optimierung der Klimatechnik. Dies basiert nicht zuletzt auf beachtlichen Energieeinsparungen durch den sog. Schutzbetrieb. D.h. sobald sich unser Ausstellungsklima im SOLL befindet, schalten sich die Anlagen ab. Die damit eingesparten 65.000 kWh entsprechen bei 0,243 ct/kWh* einem Betrag von monatlich 15.795 €.

*durchschnittl. Strompreis von 06-08/2022

Museumsdepot

Während die Neubauten (Museum und Bavariathek) auf eine hocheffiziente Gebäudehülle setzten, basierte die Sanierung unseres Museumsdepots auf den Erhalt historischer Bestandswände. Die robuste Bauweise hält bis heute ein konstantes Raumklima, was der schadensfreien Lagerung der Sammlung entgegenkommt.

Für den Betrieb der Lüftungsanlage gelten die klimatischen Bedingungen wie in unseren Ausstellungsräumen. Auf Grundlage bauphysikalischer Gutachten konnte komplett auf Kühlung und Befeuchtung verzichtet werden. In Depoträumen, in denen keine Arbeitsstättenrichtlinien greifen, wird der untere Grenzwert der Temperatur auf 15°C herabgesetzt.