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Geschenke zu Weihnachten

Ein Kaufladen unterm Weihnachtsbaum

An den 24. Dezember 1937 erinnert sich Käthe Schwenkert noch genau: In ihrem Elternhaus im unterfränkischen Ochsenfurt gab es Gänsepfeffer mit Klößen, danach Weihnachtsgebäck – und das schönste Weihnachtsgeschenk, das man sich vorstellen kann: Unter dem Tannenbaum stand ein Kaufladen, in Handarbeit gefertigt und liebevoll verziert. Der Schreiner Fritz Gutzler, ein Freund der Eltern, machte mit diesem Meisterstück die damals fünfjährige Käthe überglücklich. „Der Kaufladen war reich ausgestattet, mit Registrierkasse, kleinen Maggifläschchen, Zuckerdöschen und Schubladen unter der Theke, die mit Reis und Gries gefüllt waren. Nur das Mehl, das hat das Christkind vergessen“, erzählt Käthe Schwenkert.

Als sie nach Würzburg zog, hat sie ihr „Geschäft“ natürlich mitgenommen. Der weiß lackierte Kaufladen hat drei Generationen gut überstanden, nur das Zubehör ist mit den Jahren verschwunden. Zuerst spielten Käthes Kinder damit, dann ihre Enkel. Für Käthe gibt es nichts Schöneres als hinter der Ladentheke zu agieren. Heute, im Alter von 80 steht immer noch einmal pro Woche im Laden: im Eine-Welt-Laden in Würzburg.

Familie Schwenkert hat mit diesem Kaufladen und der zugehörigen Erinnerung ein Stück bayerischer Geschichte für die Nachwelt bewahrt. Diese Exponate mit Geschichten aus dem Leben der bayerischen Bürger sollen im neuen Museum der Bayerischen Geschichte, das im Jahr 2018 zum 100. Geburtstag des Freistaats in Regensburg eröffnet wird, im Vordergrund stehen.