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Museumsstücke

Objekte mit Geschichte

Seit 2012 sind insbesondere durch Medienaufrufe schon über 1.500 Objekte unterschiedlichster Art für die Sammlung des Museums am Donaumarkt zusammengekommen. Eine Auswahl finden Sie hier.

Dieser Parfumflakon gehörte dem „Märchenkönig“ Ludwig II. Auf der Verschlusskappe des Flacons finden sich die Initialen Ludwigs II. Der König war sich seines guten Aussehens durchaus bewusst und legte Wert auf Körperpflege. In seinen Schlössern ließ er geräumige Bäder mit beheizbaren Wasserbecken einbauen. Gepflegtes Aussehen war ihm wichtig. Unfrisiert trat er nicht einmal vor seine Dienerschaft und so ist nicht verwunderlich, dass gerade sein Friseur Hoppe eine nicht unbedeutende Stellung am Hof einnahm. Ludwigs bevorzugtes Parfum, so berichtet Kaiserin Elisabeth, war „Chypre“, eine schwere, süßliche Duftnote. Ludwig II. hat aber auch Parfum von der 1709 gegründeten Firma Johann Maria Farina in Köln bezogen. Der Sammler Jean Louis Schlim hat den königlichen Parfumflakon dem Haus der Bayerischen Geschichte vermacht.
Parfumflacon Ludwig II.
Dieses Extra-Blatt der Münchner Neuesten Nachrichten vom 14. Juni 1886 hat die Zeiten in einem Kuvert verwahrt überdauert. Der spätere Lehrer Karl Weber (1874─1953) vermerkte unter der Überschrift „Eine Seltenheit“ auf dem Kuvert die Herkunft des Plakatanschlags: „Am Pfingstmontag dem 14. Juni 1886 erfuhren meine Eltern in der Frühe um 7 Uhr, daß König Ludwig II. im Starnbergersee ertrunken sei. In diesem Augenblick schlug gerade ein Mann ein großes Plakat an der uns gegenüberliegenden Säule an (Blumenstraße München). Ich sprang hinüber und bettelte ihm ein Exemplar ab (ich war 12 Jahre alt). Das ist inliegendes Plakat. 14/9.41. Karl Weber“. Karl Webers Enkelin Eleonore Schwind hat das Plakat mit Kuvert dem Haus der Bayerischen Geschichte 2011 geschenkt.
Extra-Blatt Münchner Neueste Nachrichten
Die Taschenuhr von Ludwig Gruber fing eine Schrappnellkugel ab und rettete ihm so das Leben.
Taschenuhr als Lebensretter
Ab Frühjahr 1919 entstanden in Bayern zahlreiche sog. Einwohnerwehren, gefördert v.a. vom späteren Ministerpräsidenten Gustav Ritter von Kahr. Die Einwohnerwehren waren ein dauernder Streitpunkt zischen bayerischer Landesregierung, Reichsregierung und den Siegermächten. Im Juni 1921 wurden sie auf Druck der Entente verboten.
In der Sammlung befindet sich diese weiß-blaue Armbinde der Münchner Einwohnerwehr. Aufgenäht eine Art Erkennungsmarke in Form eines Schildes aus Metall, darauf abgebildet das Münchner Kindl mit Schwert und Schild, Umschrift „Einwohner Wehr München 1919“.
Armbinde Einwohnerwehr
Dieses Holzpferdchen wurde von einem russischen Kriegsgefangenen in einem Regensburger Kriegsgefangenenlager gefertigt. Walter Gleixner, Lehrling in einem Zimmereibetrieb in Stadtamhof, tauschte es gegen einen Laib Brot ein. Er bewahrte es als Andenken an diese Notzeiten auf und übereignete es nun dem Haus der Bayerischen Geschichte.
Spielzeug-Pferdchen aus Holz
Meta Hirsch floh am Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihren beiden Kindern aus Schlesien. Neue Unterkunft fand sie bei einer Familie in Trabitz in der Oberpfalz. Da ihr Mann in französischer Kriegsgefangenschaft war, musste sie allein für die Familie sorgen. Um den Kindern trotz ihrer Not etwas zu Weihnachten schenken zu können, bastelte sie aus alten Feldpostkarten ein „Schwarzer-Peter“-Kartenspiel. Das passende Etui nähte sie aus dem Stoffrest einer „GI“-Hose. Ihr Sohn Norbert Hirsch, Kempten, hat sein Weihnachtsgeschenk dem Haus der Bayerischen Geschichte geschenkt.
Kartenspiel: Schwarzer Peter zu Weihnachten 1945
Diesen Teddy, genannt Brummili, nahm das Mädchen Anneliese Weber beim verheerenden Luftangriff vom 16. März 1945 auf Würzburg als einzige Habseligkeit mit in den Schutzraum. Anneliese überlebte und bewahrte den Teddy seither als Glücksbringer auf.
Ein Teddy als Glücksbringer
Ab Mitte der 1950er-Jahre gab es Rock ’n’ Roll auch zum Mitnehmen: Transistorradios wie dieser „Pinguin U61 de Luxe“ aus dem Jahr 1962 machten dies möglich. Und die zumeist jugendlichen Hörer mussten sich zuhause vor dem Radio nicht mehr dem Geschmack der Eltern unterordnen. Diese standen der neuen Musik – und dem neuen Lebensstil – oft ratlos, ja ablehnend gegenüber: Die Jugend erschien ihnen viel zu „amerikanisch“. Die Jugendlichen der neuen Zeit galten als „Halbstarke“ oder „Teenager“, die in einer eigenen Welt lebten, mit der sich die Erwachsenen schwer taten. Der Radioapparat wurde vom Haus der Bayerischen Geschichte für seine Sammlung erworben.
Rock ’n’ Roll aus dem Transistor-Radio
Seine erste Reise nach Italien kam Siegfried Bachter 1950 wie ein Abenteuer vor. Augsburg lag noch in Trümmern, an Urlaub war für die meisten Menschen nicht zu denken – noch dazu im damals so fernen Süden. Siegfried Bachter aber hatte die Gelegenheit, in den Ferien seine Verwandten im Trentino zu besuchen. Höhepunkt der Reise war ein Tagesauflug nach Venedig. Von dort brachte er einen Markuslöwen als Souvenir mit, der ihm jahrzehntelang als Briefbeschwerer diente. Siegfried Bachter hat das Erinnerungsstück als Geschenk dem Haus der Bayerischen Geschichte übergeben.
Markuslöwe als Briefbeschwerer
Bernhard Haberstock unternahm 1954 eine Reise in den Süden: Mit Rad und Zelt ─ beides Marke Eigenbau ─ fuhr er ganz allein von Augsburg nach Venedig. Auf der Rückreise hatte er eine Miniatur-Chiantiflasche im Gepäck, die er seiner Freundin mitbringen wollte. Bei der rasanten Abfahrt vom Großglockner liefen die Bremsen heiß. „Zum Glück war unten gerade die rot-weiße Pass-Schranke offen, weil ein Auto durchfuhr. Da bin ich durchgesaust wie der Blitz!“, erinnert er sich. Auch die Liebesgabe aus Venedig hat die Schussfahrt überstanden. Jetzt haben sie die Haberstocks dem Haus der Bayerischen Geschichte geschenkt.
Miniatur-Chiantiflasche
Nach dem Vorbild des italienischen Fahrzeugherstellers Iso Rivolta produzierte BMW ab 1955 die „Isetta“. Bis 1962 wurden über 130.000 der Kleinwagen gebaut und als „Motocoupé“ verkauft. Der Spritverbrauch der „Isetta“ war mit nur 3,3 Liter auf 100 Kilometern  sehr gering. Das kleine Isettamodell ist mit Reisekoffer und vielen kleinen Extras ausgestattet.
Die kleine Isetta
Mit dieser Gitarre im Gepäck kam Antonio Piraino 1964 als Gastarbeiter aus Sizilien nach München. Er fand als Postzusteller bei der Bundespost Beschäftigung. Mit der Gitarre versetzte er sich in seine alte Heimat zurück, wenn er seine italienischen Lieder spielte. Antonio Piraino blieb in Deutschland, das seine neue Heimat wurde. Anlässlich der Landesausstellung 2010 „Bayern – Italien“ schenkte er sein Instrument dem Haus der Bayerischen Geschichte.
Italienische Gitarre
1970 verließ Milica Stjepanovic ihre Heimat und ging nach Deutschland. Sie war 25 Jahre alt, verwitwet und hatte drei Kinder zu versorgen. Ihre Kinder musste sie bei Verwandten zurücklassen. Wie die meisten „Gastarbeiter“ traf sie per Zug am Münchner Hauptbahnhof ein. Am Tag ihrer Ankunft trug sie eine Halskette und ein Kopftuch, die sie bis heute an ihre Heimat Jugoslawien erinnern. In der im ehemaligen Bunker unter Gleis 11 untergebrachten Weiterleitungsstelle erfuhr sie, wo sie arbeiten sollte: in Braunschweig bei Telefunken in der Montage. 1978 kamen die Kinder nach und seit 1983 lebt die Familie in München. Hier war Milica Stjepanovic über 14 Jahre lang bei BMW beschäftigt. Milica Stjepanovic hat die beiden Erinnerungsstücke an ihre alte Heimat dem Haus der Bayerischen Geschichte geschenkt.
Kopftuch aus Jugoslawien
Die erste und lange Zeit die größte Zuwanderergruppe waren die Italiener. Paolo Falloni aus Sardinien kam 1964 nach Augsburg. Seine Mutter hatte ihn mit zwei wichtigen Utensilien ausgestattet: einem Kaffeeservice und einer Caffettiera. Vor seiner Abreise nach Deutschland hatte sie ihm besonders die Espressokanne ans Herz gelegt: „Du wirst sehen, die brauchst Du, in Deutschland trinken alle nur Bier, da kannst Du Dir Deinen eigenen Kaffee kochen!“ Paolo Falloni hat diese Erinnerungsstücke aus seiner alten Heimat dem Haus der Bayerischen Geschichte geschenkt.
Espressokanne
Die heiteren Spiele – mit diesem Motto warb München für Olympia 1972. Nach den von den Nationalsozialisten ausgerichteten Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen und Berlin wollte sich die Bundesrepublik als weltoffener und demokratischer Gastgeber präsentieren. Der Designer Otl Aicher entwarf neben den bis heute gültigen Piktogrammen auch den „Waldi“, das erste offizielle Olympia-Maskottchen. Mit dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft vom 5. September 1972 war das Konzept der heiteren Spiele gescheitert.
Olympia-Maskottchen Waldi
Die Olympischen Spiele 1972 waren die ersten Spiele, für die es ein großes Angebot an Fanartikeln gab. Diese Fackel mit batteriebetriebenem Leuchtstab wurde vor der Schlussveranstaltung am 10. September 1972 im Münchner Olympiastadion ans Publikum verteilt.
Fanartikel: Olympische Fackel
In diesem Krug ließ sich der Arzt Dr. Albert Gäch (1852-1926) in seinem Schwarzacher Stammwirtshaus sein Bier servieren. Gäch war Politiker des radikalen Flügels des Bayerischen Bauernbundes und gehörte von 1899 bis 1904 dem Bayerischen Landtag an. Das Bier trank er als Spruz (Schnitt), da es so frischer schmeckte. Im Wirtshaus Wittmann-Venus mutierte daher ein Spruz schon bald zur "Doktor-Hoiwe".
Bierkrug Totenkopf
Mit diesem weiß-blau gerauteten „Klingelbeutel“ bat der Schauspieler und Kabarettist Michael Lerchenberg bei seinem Auftritt als „Bruder Barnabas“ auf dem Nockherberg am 2. April 2009 um Spenden der Zuschauer für die Bayerische Landesbank. Der Requisiteur des Singspiels, Fritz Galla, übereignete das kuriose Stück 2012 dem Haus der Bayerischen Geschichte.
Blumentopf als Klingelbeutel
Anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit der thüringischen Prinzessin Therese wurde 1810 zum ersten Mal das Oktoberfest in München gefeiert. Zum 100-jährigen Jubliäum 1910 entstand dieser Maßkrug aus Steinzeug mit dem Münchner Kindl.
Jubiläumsbierkrug
Auch in München entstanden nach 1945 Baseball-Mannschaften, die von US-Soldaten trainiert wurden. Wie bei den echten Profis hatten sie einen Sponsor: „Coca Cola“ stiftete eine Garnitur Jacken, wie die Fotografie aus den frühen 1950er-Jahren zeigt. Der Baseball-Club München hatte großen Erfolg und wurde 1957, 1962 und 1969 sogar deutscher Meister. Das zweite Foto zeigt das Team um 1970, Sponsor war nun die Münchner Brauerei „Pschorr“. Einer der Meister-Baseballer war Helmut Oppelt, der dem Haus der Bayerischen Geschichte das Original-Trikot und die Fotografien schenkte.
Bayerische Baseball-Spieler
Mit Spikes besetzte Baseballschuhe waren in den 1950er-Jahren ein Traum für jeden Freizeit-Baseballer. 
Ihr ehem. Besitzer Walter Schaad war einer der Ersten, die nach 1945 zu Schläger und Handschuh griff, um von den US-Soldaten das Spiel zu erlernen. Er wurde mehrfach deutscher Baseballmeister und gründete in den 1980er-Jahren die „Munich Tigers“. Seine Frau Elfriede Schaad hat die kostbaren Schuhe aus den Anfängen seiner Sportlerkarriere dem Haus der Bayerischen Geschichte geschenkt.
Spikes für gute Bodenhaftung