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Währungsreform

D-Mark, gut angelegt

Eine Lederhose als nachhaltige Investition: „Nachhaltig“ und „effizient“ – das sind zwei viel strapazierte Vokabeln der heutigen Zeit und treffen genau auf jenen Kauf zu, den der Münchner Autor und Journalist Karl Stankiewitz 1948 getätigt hat.

Um die Wirtschaft anzukurbeln, entschieden sich die Besatzungsmächte zu einer Währungsrefom. Am 20. Juni 1948 wurden alle Guthaben im Wert von 10:1 umgestellt. Zusätzlich erhielt jeder Bürger ein erstes Barguthaben in Höhe von 40 D-Mark, das sogenannte „Kopfgeld“.

Karl Stankiewitz war damals 20 Jahre alt und hatte genaue Vorstellungen von seiner ersten Investition: „Ich hatte die Erzählungen meiner Eltern von der Inflation 1923 im Kopf, dass da alles Geld weg war und nur diejenigen einigermaßen davon gekommen sind, die Häuser hatten oder sonstige Wertgegenstände von Dauer.“ Stankiewitz kaufte sich also keine Lebens- oder Genussmittel, sondern setzte auf ein funktionales und langlebiges Bekleidungsstück – eine Lederhose: „Ich dachte mir, das könnte vielleicht ein Wertgegenstand sein und ein nützlicher noch dazu.“ Nun ist Karl Stankiewitz in der glücklichen Lage, dass sich seine Figur im Laufe der Jahre kaum verändert hat.

Er trägt die Hose aus ungarischem Leder bis heute, vor allem wenn er in die Berge geht. Im Jahr 2018 wird er sein gutes und vertrautes Stück verschenken – dann wird es im Museum möglich, die Geschichte der Währungsreform von 1948 aus ganz persönlicher Perspektive zu erzählen.