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Generation 1950/75

Selbstbedienung im Supermarkt: Das Foto entstand in den 50er Jahren und zeigt einen Supermarkt in Hamburg, ausgestattet mit Einkaufswagen der schwäbischen Firma Wanzl.
Selbstbedienung im Supermarkt in den 50er Jahren ©Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, Leipheim
Ankunft von Gastarbeitern am Münchner Hauptbahnhof
Ankunft von Gastarbeitern am Münchner Hauptbahnhof ©Stadtarchiv München, RD0668A11 | Foto: Rudi Dix

Wiederaufbau - Wirtschaftswunder

Augsburg, München und Nürnberg sind etwa zur Hälfte zerstört. Noch schlimmer steht es in Würzburg: Von 27.000 Wohnungen sind 21.000 „total vernichtet“. Soll man die Trümmer liegen lassen und woanders neu beginnen? Schließlich bleibt man. Die unterirdische Infrastruktur, Kanäle und Leitungen, geben den Ausschlag. Architektonisch stellt man die „optische Identität“ der Städte wieder her und modernisiert nur maßvoll.

Es sind die Klassiker wie die Textilindustrie, die den Neuanfang tragen. Zum Glück hat Bayern seine Landwirtschaft. An die 40 Prozent der Erwerbstätigen finden hier 1946 wieder ein Auskommen. Die ländlichen Regionen nehmen zunächst die meisten Vertriebenen auf.

Währungsreform 1948 und soziale Marktwirtschaft bringen den wirtschaftlichen Durchbruch. Ihr Erfinder Ludwig Erhard kommt aus Bayern. Schneller – höher – weiter: 1961 arbeiten schon doppelt so viele Menschen in der Industrie wie in der Landwirtschaft. Der Maschinenbau macht es. Bayern wird Autoland. Viele der Produktikonen der 1950er-Jahre werden in Bayern hergestellt: die lsettas, die Messerschmitt-Kabinenroller oder die Goggos. Handwerk und Industrie schaffen den Strukturwandel. Seit 1957 wächst Bayern stärker als der Bundesdurchschnitt: Exportführer durch die EWG.

Einen großen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung leisten die „Gastarbeiter“. In manchen Branchen geht nicht mehr viel ohne sie. Einige kehren später in ihre Herkunftsländer zurück, viel mehr finden in Bayern eine neue Heimat.

Bei Olympia 1972 steht München für das moderne Deutschland. Otl Aicher, der Gestalter des Erscheinungsbildes von Olympia 1972, setzt in Design und Vermarktung Maßstäbe und schafft Ikonen mit „Waldi“ (Bild unten), Dirndl, Farben, Piktogrammen. Das Olympia-Attentat überschattet die „heiteren Spiele“.

Das Olympia-Maskottchen Waldi